Sehenswürdigkeit

12. Maße, Märkte und Handwerker

Die Kornwaagen befinden sich in den Arkaden der Hauptstraße; dort, wo sie auf die Straße Capdevila trifft. Es handelt sich um zwei Strukturen mit großen Steinquadern, die dazu dienten, Fassungsvermögen zu messen und Transaktionen beim An- und Verkauf von Getreide festzusetzen. Das Korn wurde in einen der drei trichterförmigen nach oben hin offenen Behälter geschüttet, der die Maßeinheit festlegte. Im Anschluss ließ man das Getreide in den Sack des Käufers gleiten, indem man einen kleinen metallischen Verschluss öffnete. Es gibt zwei Arten von Maßen. Die ältere Variante lässt sich durch eine eingravierte Inschrift auf das Jahr 1579 datieren, eine Inschrift, zu der zu einem bestimmten Zeitpunkt vor der fünf ein kleiner Strich hinzugefügt wurde, um sie zwei Jahrhunderte älter zu machen. Die neueren Maße stammen aus dem Jahr 1840 und sind ebenfalls mit einer eingravierten Inschrift versehen.

Der älteste Nachweis der Existenz von Getreidemaßen in La Seu d’Urgell geht bis ins Jahr 1212 zurück. Die Kontrolle der Maße oblag dem Bischof, dem Herren der Stadt, der seine Dienste gegen ein Entgelt zur Verfügung stellte. Dieser spezielle Dienst war deshalb so wichtig, weil er in einem weiten geografischen Raum offizielle und geprüfte Maße sicherte. Die Maße von 1579 wurden durch die Konsuln von La Seu d’Urgell vor dem Haus des Damià Salmurri aufgestellt, der für die Kontrolle der Qualität des verkauften Weizens eine Entschädigung von 30 Jahresgehältern erhielt.

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